Hier finden Sie alle Pressemitteilungen rund um das Thema „Toiletten für alle in Baden-Württemberg“.

Ellwangen: „Toilette für alle“ im Treff.26 in der Landesgartenschau eröffnet

Ellwangen, 11.05.2026 – Rechtzeitig zur Landesgartenschau wurde in Ellwangen ein Raum und Ort geschaffen, der Inklusion, Teilhabe und Würde für alle Menschen in den Mittelpunkt stellt. Mit der Eröffnung der „Toilette für alle“ im Treff.26 am Rande des Inklusionssporttages ging ein lang gehegter Wunsch in Erfüllung. „Was lange währt, wird endlich gut“ – oder sogar noch besser. Die „Toilette für alle“ trägt maßgeblich dazu bei, die Aufenthaltsqualität auf der Landesgartenschau zu verbessern.

Es geht um Respekt und Teilhabe.“

Strahlende Sonne und strahlende Gesichter überall. Als ehemaliger Schulleiter der Konrad-Biesalski-Schule in Wört, einem SBBZ KMENT, weiß Ellwangens Bürgermeister Volker Grab sehr genau, wie wichtig eine „Toilette für alle“ ist. „Mit diesem wichtigen Angebot wird ein weiterer Schritt hin zu einer barrierefreien und offenen Stadtgesellschaft gegangen. Gleichzeitig setzt die Umsetzung ein starkes Zeichen für gelebte Inklusion und ein respektvolles Miteinander. Uns war es wichtig, dass wir die „Toilette für alle“ mitten in der Stadt haben, wo sich das Leben abspielt.“ Mit der jetzigen Eröffnung gehe ein langer Prozess zu Ende, der vor rund sechs Jahren begonnen habe. Eine raschere Umsetzung scheiterte nicht am Wollen sondern an den fehlenden Räumlichkeiten. Wie gerufen kam daher der Neubau des Treff.26. Bis Oktober 2026 ist in dem Gebäude im Brückenpark der Treffpunkt Baden-Württemberg. Danach wird das Gebäude als Jugend- und Kulturzentrum genutzt. Grab erinnerte daran, dass man zwischendurch vor der Entscheidung stand, im Rathaus eine barrierefreie Tür einzubauen oder die „Toilette für alle“. Grab dankte dem Gemeinderat, dem Land, dem Landesverband für Menschen mit Körper- und Mehrfachbehinderung sowie Stadtbaumeister Christian Krieger und weiteren Beteiligten für die Unterstützung der „Toilette für alle“.

Grab wies darauf hin, dass von dem Serviceangebot sehr viele Menschen profitieren. Dazu zählen beispielsweise ehemalige Schüler der Konrad-Biesalski-Schule ebenso wie Senioren, die aufgrund einer Erkrankung oder nach Operationen, inkontinent sind oder einen künstlichen Darmausgang haben. Sie alle brauchen mehr als eine normale barrierefreie Toilette. Sie brauchen die Zusatzausstattung bestehend aus einer höhenverstellbaren Pflegeliege für Erwachsene, einem Patientenlifter sowie einem luftdichten Windeleimer. Das Land habe die notwendige Zusatzausstattung mit 12.000 Euro gefördert.

Eine „Toilette für alle“ ist kein Luxus.“

„Eine „Toilette für alle“ ist kein Luxus sondern eine Notwendigkeit“, so LVKM-Geschäftsführerin Jutta Pagel-Steidl. In Ellwangen habe man das „supertoll umgesetzt“. „Das leuchtende kräftige Rot der Wand setzt einen kontrastreichen Akzent, so dass die hellen Ausstattungsgegenstände auch für seheingeschränkte Menschen gut wahrnehmbar sind. Die Farbgestaltung schaffe eine Wohlfühlatmosphäre. Sie dankte Stadtbaumeister Krieger und seinem Team sowie den ausführenden Handwerkern für die gelungene Umsetzung. Die „Toilette für alle“ sei sowohl vom Gebäude aus zugänglich sowie mit Euro-Schlüssel rund um die Uhr von außen. Außerdem könne man für die Dauer des Windelwechsels auch kurz mit dem Auto direkt vor dem Eingang parken.

Pagel-Steidl erläuterte den sperrigen Begriff „Toilette für alle“, die in Großbritannien als „changing places“ („Ort zum Wechseln“) bekannt sei. „Wo eine „Toilette für alle“ fehlt, bleiben Menschen, die darauf angewiesen sind eher zuhause.“ Die Alternative, auf dem Fußboden einer öffentlichen Toilette gewickelt werden zu müssen, schrecke ab. Ein Kriterium für die Entscheidung, welches Ausflugsziel man ansteuere, sei für die betroffenen Familien die „Toilette für alle“. Christine Tretter aus Aalen stimmte dem zu und berichtete aus dem Alltag mit ihrem Sohn Timo. Vater Oswald Tretter, der zugleich auch ehrenamtlicher Vorsitzender des Körperbehindertenvereins Ostwürttemberg ist, bestätigte wie wichtig eine umfassende Barrierefreiheit für eine gelingende Teilhabe ist. Matthias Kümpflein, der sich ehrenamtlich im Inklusionsbeirat Ellwangen engagiert, freute sich ebenfalls über das neue Serviceangebot. „Das ist einfach so wichtig.“ Oder, wie Pagel-Steidl es beschreibt: „Mit vollen Hosen kann man nicht teilhaben.“

INFO
Die über 12 qm große Rollstuhl-Toilette im „Treff.26“ (Mühlgraben 26) ist zusätzlich ausgestattet mit einer höhenverstellbaren Wandklappliege für Erwachsene (mit abklappbarem Seitengitter), einem Deckenlifter (Hebetuch vorhanden) sowie einem luftdichten Windeleimer. Die „Toilette für alle“ ist mit dem Euro-Schlüssel rund um die Uhr zugänglich.


„Ellwangen blüht auf“ lautet das Motto der Landesgartenschau, die auch die Jagst wieder erlebbar macht für alle.<br>Foto: © Mara Sander

„Ellwangen blüht auf“ lautet das Motto der Landesgartenschau, die auch die Jagst wieder erlebbar macht für alle.
Foto: © Mara Sander

Im Brückenpark befindet sich der Treff.26 mit dem Treffpunkt Baden-Württemberg und der neue „Toilette für alle“ .<br>Foto: © Mara Sander

Im Brückenpark befindet sich der Treff.26 mit dem Treffpunkt Baden-Württemberg und der neue „Toilette für alle“ .
Foto: © Mara Sander

Der Treff.26 ist nicht weit von der Innenstadt entfernt.<br>Foto: © Mara Sander

Der Treff.26 ist nicht weit von der Innenstadt entfernt.
Foto: © Mara Sander

Vor der „Toilette für alle“  warten die Gäste - Vertreter des Gemeinderats, des Inklusionsbeirats und der Selbsthilfe - auf die offizielle Eröffnung der „Toilette für alle“ ...<br>Foto: © Mara Sander

Vor der „Toilette für alle“ warten die Gäste - Vertreter des Gemeinderats, des Inklusionsbeirats und der Selbsthilfe - auf die offizielle Eröffnung der „Toilette für alle“ ...
Foto: © Mara Sander

...gleich geht´s los mit den kurzen Reden...<br>Foto: © Mara Sander

...gleich geht´s los mit den kurzen Reden...
Foto: © Mara Sander

...bevor es zur praktischen Vorführung geht. Inklusionsbotschafter und LVKM-Vorstandsmitglied Sebastian Fuchs lässt sich „liften“  von Bürgermeister Volker Grab, Stadtbaumeister Christian Krieger und LVKM-Geschäftsführerin Jutta Pagel-Steidl.<br>Foto: © Mara Sander

...bevor es zur praktischen Vorführung geht. Inklusionsbotschafter und LVKM-Vorstandsmitglied Sebastian Fuchs lässt sich „liften“ von Bürgermeister Volker Grab, Stadtbaumeister Christian Krieger und LVKM-Geschäftsführerin Jutta Pagel-Steidl.
Foto: © Mara Sander

...zunächst geht es auf die Liege...<br>Foto: © Mara Sander

...zunächst geht es auf die Liege...
Foto: © Mara Sander

...es liegt sich gut auf der Liege...<br>Foto: © Mara Sander

...es liegt sich gut auf der Liege...
Foto: © Mara Sander

...und wieder zurück...<br>Foto: © Mara Sander

...und wieder zurück...
Foto: © Mara Sander

...mit dem Deckenlifter ist auch das WC-Becken erreichbar.<br>Foto: © Mara Sander

...mit dem Deckenlifter ist auch das WC-Becken erreichbar.
Foto: © Mara Sander

Die über 12 qm große Rollstuhl-Toilette im „Treff.26“ (Mühlgraben 26) ist zusätzlich ausgestattet mit einer höhenverstellbaren Wandklappliege für Erwachsene (mit abklappbarem Seitengitter), einem Deckenlifter (Hebetuch vorhanden) sowie einem luftdichten Windeleimer. Die „Toilette für alle“ ist mit dem Euro-Schlüssel rund um die Uhr zugänglich.

Die über 12 qm große Rollstuhl-Toilette im „Treff.26“ (Mühlgraben 26) ist zusätzlich ausgestattet mit einer höhenverstellbaren Wandklappliege für Erwachsene (mit abklappbarem Seitengitter), einem Deckenlifter (Hebetuch vorhanden) sowie einem luftdichten Windeleimer. Die „Toilette für alle“ ist mit dem Euro-Schlüssel rund um die Uhr zugänglich.

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