Hier finden Sie alle Pressemitteilungen rund um das Thema „Toiletten für alle in Baden-Württemberg“.

Lörrach: Mobile „Toilette für alle“ ermöglicht Teilhabe an Veranstaltungen

Lörrach, 30.06.2026 – Wahrlich ein besonderer Tag für Lörrach und Umgebung. Kurz vor der offiziellen Eröffnung der mobilen „Toilette für alle“ kam Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier bei seinem Bummel durch die Innenstadt daran vorbei. Und die Lörracher Stadträtin und Kreisbehindertenbeauftragte Ulrike Krämer nutzte die Gelegenheit, dem Staatsoberhaupt in wenigen Worten das Projekt „Toilette für alle“ näher zu bringen. Die barrierefreie mobile „Toilette für alle“ der direct help better future (dhbf) ermöglicht mit der neu geschaffenen Wickelmöglichkeit für Erwachsene eine Teilhabe aller an Veranstaltungen aller Art. Ihre Feuertaufe hat der KfZ-Anhänger beim 31. STIMMEN-Festival in Lörrach.

Ein echtes Leuchtturmprojekt“

Die barrierefreie mobile „Toilette für alle“ in Form eines KfZ-Anhängers ist ein echtes Leuchtturmprojekt für das Dreiländereck, davon ist dhbf-Geschäftsführerin Alexandra Sieberer überzeugt. „Wir haben von Familien mit Kindern mit komplexen Behinderungen gehört, dass fehlende barrierefreie Toiletten und Wickelmöglichkeiten für Erwachsene der Hauptgrund ist, nicht bei Festivals und anderen Veranstaltungen teilzunehmen.“ Ihre erster Gedanke daher: „Das müssen wir ändern, denn: alle Menschen sollen am öffentlichen Leben und an Veranstaltungen teilhaben können. Es geht um Inklusion, um Menschenwürde.“

Ein Hürdenlauf geht zu Ende ...

Es war ein langer und teils steiniger Weg, den die Powerfrau bis zur Eröffnung zurückegen musste. Das Antrags- und Bewilligungsverfahren im Rahmen des baden-württembergischen Förderaufrufs „Toilette für alle“ war einfach und bürokratiearm. Insgesamt beteiligt sich das Land mit 12.000 Euro an der erforderlichen Zusatzausstattung einer „Toilette für alle“, also für den Deckenlifter, die Wandklappliege für Erwachsene und den luftdichten Windeleimer. Eine echte Herausforderung dagegen war die Diskussion mit dem Finanzamt zu Themen wie Gemeinnützigkeit und Zweckbetrieb. Und als ob das nicht schon genug wäre, stellte der bundesweit einige Hersteller einer mobilen „Toilette für alle“ in Form eines KfZ-Anhängers zwischenzeitlich seinen Betrieb ein. Das Projekt drohte zu scheitern, denn ein neuer Produzent musste gesucht und gefunden werden. Aufgeben kam für Alexandra Sieberer nicht in Frage.

Neue Wege gehen

Und so wurde sie in ihrem großen Netzwerk fündig. Einer sagte, er kenne eine Manufaktur, die Fahrräder aus Stahl anfertige. Und die könnte man doch fragen, ob die nicht auch einen KfZ-Anhänger bauen könnte. Und sie konnte. Michael Kuttler, Geschäftsführer der Firma Ekone in Efringen-Kirchen, war schnell überzeugt von der Idee. Der Kontakt zum bisherigen Hersteller aufgenommen, ein Businessplan erstellt und die Firma Bamoto (steht für „barrierefreie mobile Toilette für alle“) gegründet. Für Michael Kuttler ist Teilhabe ein Herzensanliegen. Da seine Eltern Heilerziehungspfleger sind, hatte er schon früh Kontakt zu Menschen mit Behinderungen. Und auch sein Projektleiter Jonas Lucas, einem Maschinenbauingenieur, war sofort mit an Bord. Gemeinsam tüftelten sie an daran, den KfZ-Anhänger so nutzerfreundlich wie möglich zu machen.

Eine mobile „Toilette für alle“ entscheidet über Teilhabe oder Nicht-Teilhabe

Den Hauptteil der mobilen „Toilette für alle“ finanzierte die in Lörrach ansässige Barbara-Carl-Stiftung. Vorstand Klaus Schmid und Öffentlichkeitsreferentin Dr. Heike Gerhold sind dankbar, dass Alexandra Sieberer mit ihrer Beharrlichkeit und Ausdauer dran geblieben ist. „Wir freuen uns, dass die mobile „Toilette für alle“ nun allen Menschen einen Windelwechsel oder einen Toilettengang bei Veranstaltungen aller Art im Landkreis Lörrach in Würde ermöglicht.“ Die gemeinsame Suche nach Lösungen für mehr Teilhabe habe sich gelohnt. Ähnlich äußerte sich auch die Lörracher ehrenamtliche Stellvertreterin von Oberbürgermeister Lutz, Stadträtin Silke Herzog. „Wir wollen Vielfalt in unserer Stadt leben.“ „Kann ich ein Fest besuchen oder muss ich zu Hause bleiben, weil meine grundlegenden Bedürfnisse nicht berücksichtigt werden? Gerade Menschen mit Behinderungen wissen, wie oft sie vor genau dieser Frage stehen“, so die Kreisbehindertenbeauftragte Ulrike Krämer. „Eine barrierefreie mobile „Toilette für alle“ entscheidet über Teilnahme oder Nicht-Teilnahme. Wir wollen keinen Ausschluss. Barrierefreiheit ist ein Grundrecht. Barrierefreiheit darf kein „extra „ sein, das man vielleicht anbietet, wenn es gerade passt.“ Dem stimmte Jutta Pagel-Steidl, Geschäftsführerin des Landesverbandes für Menschen mit Körper- und Mehrfachbehinderung uneingeschränkt zu. Im Auftrag des Landessozialministeriums begleitet der Landesverband das Projekt „Toilette für alle“. Alle Rednerinnen und Redner waren sich einig, dass die neue „Toilette für alle“ für viele Menschen Freiheit, Selbstbestimmung und ein Stück Normalität bedeutet. Jetzt hoffen sie, dass sie oft ausgeliehen wird und sich auch Nachahmer finden.

INFO
Die rund 9 qm große mobile Rollstuhl-Toilette ist zusätzlich ausgestattet mit einer Wandklappliege, einem Deckenlifter (Hebetuch vorhanden) und einem luftdicht verschließbaren Windeleimer. Sie ist mit dem Euro-Schlüssel zugänglich. Eine Rampe ist vorhanden. Sie kann kostenlos in der Region Lörrach ausgeliehen werden. Mehr dazu unter www.dhbf.de/mobile-toilette/


Ein echter Hingucker ist die neue mobile barrierefreie „Toilette für alle“ , die beim STIMMEN-Festival in der Lörracher Innenstadt ihre Feuertaufe bestanden hat.

Ein echter Hingucker ist die neue mobile barrierefreie „Toilette für alle“ , die beim STIMMEN-Festival in der Lörracher Innenstadt ihre Feuertaufe bestanden hat.

Trotz der sommerlichen Hitze kamen viele Gäste zur offiziellen Eröffnung...<br>Foto: © Beate Gärtner

Trotz der sommerlichen Hitze kamen viele Gäste zur offiziellen Eröffnung...
Foto: © Beate Gärtner

...und alle brachten gute Laune mit...<br>Foto: © Heika Dörflinger

...und alle brachten gute Laune mit...
Foto: © Heika Dörflinger

über eine Rampe geht es in die mobile „Toilette für alle“ . Diese ist mit einem Euro-Schlüssel zu öffnen.

über eine Rampe geht es in die mobile „Toilette für alle“ . Diese ist mit einem Euro-Schlüssel zu öffnen.

Vorbereitungen für die Testvorführung<br>Foto: © Heika Dörflinger

Vorbereitungen für die Testvorführung
Foto: © Heika Dörflinger

LVKM-Geschäftsführerin Jutta Pagel-Steidl lässt sich von Lörrachs OB-Stellvertreterin Silke Herzog „liften“  - mit Unterstützung von Jonas Lucas, Projektleiter der Herstellerfirma Bamoto<br>Foto: © Beate Gärtner

LVKM-Geschäftsführerin Jutta Pagel-Steidl lässt sich von Lörrachs OB-Stellvertreterin Silke Herzog „liften“ - mit Unterstützung von Jonas Lucas, Projektleiter der Herstellerfirma Bamoto
Foto: © Beate Gärtner

Sie sind überglücklich über das Leuchtturmprojekt „mobile barrierefreie Toilette für alle“ . Klaus Schmid (Vorstand Barbara-Carl-Stiftung), Alexandra Sieberer (Geschäftsführerin der direct help better future), Heika Dörflinger (Vorsitzende des Vereins für Menschen mit Körperbehinderung im Kreis Lörrach), Jonas Lucas (Projektleiter der Herstellerfirma Bamoto), Ulrike Krämer (Kreisbehindertenbeauftragte Lörrach), Jutta Pagel-Steidl (LVKM-Geschäftsführerin), Silke Herzog (stellvertretende ehrenamtliche Oberbürgermeisterin Lörrach).<br>Foto: © Beate Gärtner

Sie sind überglücklich über das Leuchtturmprojekt „mobile barrierefreie Toilette für alle“ . Klaus Schmid (Vorstand Barbara-Carl-Stiftung), Alexandra Sieberer (Geschäftsführerin der direct help better future), Heika Dörflinger (Vorsitzende des Vereins für Menschen mit Körperbehinderung im Kreis Lörrach), Jonas Lucas (Projektleiter der Herstellerfirma Bamoto), Ulrike Krämer (Kreisbehindertenbeauftragte Lörrach), Jutta Pagel-Steidl (LVKM-Geschäftsführerin), Silke Herzog (stellvertretende ehrenamtliche Oberbürgermeisterin Lörrach).
Foto: © Beate Gärtner

Rund 9 qm groß ist die mobile barrierefreie „Toilette für alle“  im KfZ-Anhänger...

Rund 9 qm groß ist die mobile barrierefreie „Toilette für alle“ im KfZ-Anhänger...

...und bietet auch bei heruntergeklappter Liege noch ausreichend Bewegungsfläche für alle.

...und bietet auch bei heruntergeklappter Liege noch ausreichend Bewegungsfläche für alle.

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